Oberhausen, 17. April, 19:00 Uhr, Gelände der ehemaligen Zeche Oberhausen
Der Kultur-Run, ein 24-Stunden-Lauf, hat bereits 22 Stunden hinter sich.
Gerne wäre ich hier mitgelaufen. Im letzten Jahr blieb mir wegen einer starken Erkältung schon nur eine Kurzstrecke vergönnt; in diesem Jahr ging wegen der Rippenprellung gar nichts.
Trotzdem stehen Kris und ich jetzt im Start- und Zielbereich, um ein wenig zu schauen, zu quatschen und Atmosphäre zu schnuppern.
Viele Läufer sind schon wieder weg, aber zu meiner Freude treffe ich dann doch noch auf einige bekannte Gesichter aus der Blogger-, Ultraläufer- und Walkerszene, die auch Zeit für einen kleinen Plausch haben.
Das ist eben das Schöne bei den Ultraläufern: es ist ein wenig wie bei einem Familientreffen und man fühlt sich gleich zu Hause.
Gelsenkirchen, 21. April, 19:30 Uhr, irgendwo im Wald
Kris und ich laufen durch ein Waldgebiet wo früher mal ein Löwenpark war.
Ein schönes Fleckchen Erde, das wir bisher noch nicht kannten.
Für uns beide ist es heute ein kleiner Neuanfang. Kris ist seit dem Winter nicht mehr gelaufen und für mich ist es der erste Lauf nach dem Sturz. Ich will mal schauen was die Rippen so sagen.
Als ich etwas später unter der Dusche stehe kann ich auf einen schönen, lockeren Lauf durch eine interessante Gegend zurückblicken. Meine Rippen haben keine großen Probleme bereitet.
Die Dusche spült nur den Schweiß ab, die Glückshormone bleiben erhalten.
Iserlohn, 24. April, 12:00 Uhr, Seilersee-Stadion
Startschuss zum 24-Stunden-Lauf am Seilersee.
Seit seiner Premiere 2008 ist dieser Lauf quasi ein "Pflichttermin" für mich, auch wenn ich 2008 nur ein paar Runden gelaufen bin und 2009 nach 75 Kilometern aussteigen musste.
Für dieses Jahr habe ich meine Teilnahme am 24-Stunden-Lauf wegen der Rippenprellung und der Trainingspause schon vor ein paar Tagen abgesagt.
Aber es ist wieder mal der Reiz dieser Veranstaltung der mich dazu gebracht hat wenigstens als "Funrunner" mitlaufen zu wollen. Lieber mittendrin als nur dabei.
Für ein paar Runden, ganz locker weg und ohne Zeit- oder Zielvorgabe, wird's schon reichen. Alles Weitere wird sich zeigen.
Das vorfreudige Kribbeln hat bereits begonnen.
Seilersee, ich komme!
Freitag, 23. April 2010
Update
Donnerstag, 8. April 2010
Der Sturz: war's das zunächst?
Auf dem Weg dorthin konnte ich auf der Autobahn durch einen Reflex noch so eben einen Unfall vermeiden. Ein Autofahrer hatte mich beim Auffahren auf die Autobahn wohl übersehen und zog einfach auf meine Spur. Glück gehabt...
Am Schiffshebewerk angekommen zog ich mich fix im Auto um, machte ein Foto vom alten Hebewerk und ein paar Urviech-Rindern und lief los. Und dann geschah es.
Nach vielleicht 300 Metern muß ich mit der Schuhsohle an einer Bodenwelle hängen geblieben sein und geriet ins Straucheln. Vornübergebeugt versuchte ich noch mich durch ein paar Ausfallschritte abzufangen oder mich zumindest in den Grünstreifen fallen zu lassen, aber ich hatte keine Chance. Diesmal haben auch die Reflexe nicht helfen können.
Bevor ich auf Schotter und Asphalt aufprallte konnte ich mich gerade noch ein wenig drehen. Ich schlug dann auf der rechten Seite auf, rollte mich ab, rutschte dabei wohl noch ein Stück und blieb dann erst einmal einen Moment auf dem Rücken liegen, um im Schnellverfahren eine Bestandsaufnahme zu machen.
Tiefe, verschmutzte und blutende Schürfwunden am schmerzenden Ellenbogen und weitere Schürfwunden an der Hüfte - das schien es gewesen zu sein.
In einer Gastwirtschaft wurde ich dann fündig und hielt hinterher nach einer Arztpraxis Ausschau, um die Wunden fachmännisch säubern und verarzten zu lassen und mir eine Tetanus-Impfung zu holen, da die letzte schon ewig her war.
Ich fand jedoch keine Praxis. Das hätte aber vermutlich auch nicht viel genützt, da Ärzte ja in der Regel Mittwochnachmittags geschlossen haben.
Ich beschloss daher direkt nach Gelsenkirchen zu Kris zu fahren und bemerkte inzwischen auch einen Schmerz im rechten Brustbereich, der nach und nach heftiger wurde.
Da ich einen Rippenbruch nicht ausschließen konnte und die Impfung noch brauchte ging's dann zusammen ins Krankenhaus. Mein Bewegungsradius war inzwischen deutlich eingeschränkt so dass ich froh war dass Kris fuhr. Im Krankenhaus gab's dann das Rundumprogramm: Wundsäuberung und Desinfektion, Röntgen, einen Piekser in die linke Pobacke, einen in die rechte. Die Diagnose: gebrochen ist nichts, aber die Rippen sind heftig geprellt.
An Laufen ist die nächsten Tage wohl nicht zu denken, dazu schmerzt es zu sehr.
Dienstag, 23. März 2010
Zwei Wochen?
Ist es tatsächlich schon zwei Wochen her dass ich zuletzt hier was geschrieben habe?
Ja, so wird es wohl sein - das Datum lügt nicht.
Aber ich habe gerade ein paar Minuten Zeit und kann deshalb mal fix einen aktuellen Lagebericht abgeben.
Die Form ist noch immer im Keller, hat aber schon die ersten Stufen Richtung Erdgeschoss erklommen. Der Faktor "Zeit" ist immer noch ein Problem und wird durch die Nebenfaktoren "Motivationsschwäche", "Disziplinmangel", "zwickender Ischiasnerv" und "Achichfühlmichheutegestresstundnichtsofitfürslaufen" ergänzt.
So kamen in der letzten Woche ganze fünf (!) Kilometer zusammen - die aber dafür profiliert. ;-)
Heute habe ich aber meinen - so glaube ich - bisher längsten Lauf dieses Jahres absolviert.
Nun ja - so richtig lang war der allerdings auch noch nicht.
Aber ich hoffe, dass ich da jetzt noch was draufpacken kann und dass es für die angestrebten Ziele noch reicht.
Am meisten "Bammel" habe ich derzeit vor der TorTour de Ruhr, da es ein 100 km-"Punkt zu Punkt"-Lauf ist ohne die Annehmlichkeiten, die ein Lauf auf kleineren Runden mit sich bringt (Verpflegungsstand etc.) .
Ich fürchte, dass TorT(o)ur da zum Programm wird...
Über Ostern werde ich wohl das Vergnügen haben auch mal am Rhein laufen zu können; wir werden die Feiertage in Rees am Niederrhein verbringen. Da hoffe ich auf einen schönen langen Lauf mit Kris als Radbegleitung.
Jetzt hoffe ich aber erst einmal auf etwas mehr terminliche Entspannung, auf eine zunehmende Kilometerleistung und darauf, dass es weiter aufwärts geht und schicke mal optimistische Grüße in die Bloggerrunde...
Dienstag, 9. März 2010
Kalter Lauf und heiße Dusche
Aber ich hatte nicht daran gedacht, dass es dort noch verschneit sein könnte, denn rund um meinen tiefer gelegenen Arbeitsplatz war schon wieder alles abgetaut.
Was tun? Auf einen Lauf mit Spikes hatte ich keine Lust. Ohne Spikes war es mir zu unsicher. Und um ein anderes Laufgebiet anzufahren zu spät.
So entschied ich mich dazu, dieses kleine Sträßchen entlang der A 45 zu laufen, das schneefrei zu sein schien. Und obwohl es immer in Reichweite der Autobahn entlang führt ist es landschaftlich reizvoll. Allerdings nicht unbedingt flach.
Bereits nach 350 Metern fordert der Körper eine erste Gehpause. Halloooo?? Na ja; vielleicht zu schnell gestartet. Oder mein innerer Motor ist noch einmal kurz abgesoffen.
Durch schöne Landschaft ging es nun mit vereinzelten Gehpausen an Anstiegen auf und ab - aber eindeutig mehr auf. Ab und zu war es auch etwas glatt. Schnell wurde mir klar, dass ich mir für den aktuellen Trainingsstand vielleicht zu viel zugemutet und das Profil etwas unterschätzt hatte.
In Anbetracht dessen sollte ein Stündchen für heute dann eigentlich reichen, deshalb wollte ich 30 Minuten laufen und dann umkehren.
Da ich aber mit einem schnelleren Rückweg rechnete lief ich noch etwas weiter, und dann noch etwas weiter und dann auch noch eben über einen vereisten Weg bis zum Windrad nach Brechtefeld hoch, wo ich nach knapp 45 Minuten ankam und zur Belohnung einen schönen Sonnenuntergang genießen konnte.
Für den Rückweg nahm ich mir wegen des tendenziell jetzt eher abwärts führenden Kurses vor, diesen unter 40 Minuten zu laufen. Es lief dann auch recht flott, fühlte sich gut an und bereits 37 Minuten später war ich wieder am Auto. Zielvorgabe locker unterboten. ;-)
Zufrieden, aber leicht durchgefroren stellte ich mich dann zu Hause unter die Dusche. Das Ganze sogar, weil eine Sicherung defekt war, bei Kerzenschein. Hat was. ;-)
Es ist ein herrliches Gefühl, wenn die heißen Tropfen auf den kalten Körper prallen und diesen langsam wieder auftauen, oder? Eine verdiente Belohnung nach einem anstrengenden Winterlauf, von dem ich außer einem guten Gefühl noch ein paar Handy-Fotos mitgebracht habe.

Mittwoch, 3. März 2010
Aller (Wieder-)Anfang ist schwer
Vorletzten Dienstag hatte ich ja trotz der angesprochenen Zeitproblematik die Hoffnung, am Freitag wieder das Laufbein schwingen zu können.
Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt Virus gemacht, den ich mir offensichtlich just an diesem Tag eingefangen hatte und der am nächsten Tag, als ich beim Mexikaner Essen war, aus mir herausbrach. Wobei man letzteres durchaus wörtlich nehmen darf.
Nun ja, die anschließende Nacht war recht unruhig und brachte innige Umarmungen von Keramik und Eimer mit sich. Am nächsten Tag fühlte ich mich dann wie eine ausgequetschte Zitrone, war ziemlich kraftlos und kam kaum eine Treppe hoch.
So war an Laufen selbst am Wohenende noch nicht wieder zu denken.
Nachdem es - jetzt wieder aus zeitlichen Gründen - an den letzten beiden Tagen auch nicht mit dem Laufen klappte war es dann heute so weit: ich war endlich wieder auf der Piste.
Es ist ja nicht so, dass der Körper zwischenzeitlich das Laufen verlernt hätte.
Aber so eine Laufpause versetzt mich doch immer wieder in einen Zustand, der mich an meine Laufanfänge erinnert. Die Lunge pumpt an Steigungen wesentlich heftiger als sonst, das Lauftempo ist deutlich niedriger als gewöhnlich. Fast so als würde noch Schnee liegen. OK, die Strecke war nicht nur flach. Aber ein guter Walker hätte heute vermutlich mithalten können.
Und auch wenn die Beine nicht groß aufmuckten, zeigten sie doch eine beginnende Müdigkeit zu einem Zeitpunkt, wo sie sonst erst richtig warm werden.
Als ich dann nach 1 1/4 Stunden, die für den Wiedereinstieg reichen sollten, wieder an der Haustür ankam, waren dann auch nicht nur die Beine darüber froh.
Jetzt hoffe ich, dass im zeitlichen Bereich etwas Entspannung und beim Laufen wieder Kontinuität eintritt, damit ich besser in Form komme.
Denn meine läuferischen Ziele und Träume möchte ich noch nicht begraben.
Die Kirschen hängen hoch.
Aber ich werde mich strecken.


