Nachdem im Rahmen der "Blogjulklapp" am 04.12. Kerstins Beitrag hier im Blog veröffentlicht wurde war ich heute bei Patrick in "Pattis Blog" zu Gast.
Den Beitrag könnt ihr HIER lesen.
Oder hier:
Gute Vorsätze
Die Weihnachtsfeiertage stehen ganz dicht vor der Tür. Und bei den meisten werden es nicht nur Tage der Besinnlichkeit und der Familie sein, sondern auch Tage erhöhter Kalorienzufuhr. Weihnachtsbraten, Festtagstorte, Zimtstern und Co. führen dann in geballter Form oft dazu dass die Hose etwas spannt und man noch ein paar Treppenstufen früher als sonst zu keuchen beginnt. Und bei einem prüfenden Blick in den Spiegel stellt man dann nach den Weihnachtsfeiertagen erschreckt fest, dass die Pocke über den Gürtel schwappt und schwört sich, dass im nächsten Jahr alles besser werden wird.
Schließlich ist die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ja auch wohl die Zeit, in der die meisten guten Vorsätze für das nächste Jahr gefasst werden. Und manch einer beschließt dann dominosteinkauend mit einem verächtlichen Blick auf die Waage "Ich werde anfangen zu Laufen! Jawohl! Gleich Neujahr! Wenn es nicht schneit. Und wenn es nicht regnet. Und nicht zu kalt ist."
So oder ähnlich ist wohl schon mancher dazu gekommen am Anfang eines neuen Jahres voller Elan alte Sportschuhe zu schnüren und dem Jogginganzug, der sonst nur den Weg zwischen Sofa, Kühlschrank und Klo kannte, laufend etwas frische Winterluft zu gönnen. Und was als guter Vorsatz halbwegs hoffnungsvoll begann endete dann oft schon nach wenigen Tagen. Weil es schneite. Oder weil es regnete. Oder zu kalt war. Oder weil man nach zwei Wochen doch noch nicht die erhofften 8 Kilogramm abgenommen hat, obwohl man doch schon sechs Mal zwanzig Minuten gelaufen ist bis die Zunge aus dem Hals hing. Oder weil die Knie wehtaten. Oder weil man keine Zeit hatte.
Oder oder oder...
Kurz gesagt: weil die Erwartungen zu hoch waren oder man die typischen Anfängerfehler gemacht hat.
Laufen bei Schnee, Regen oder Kälte ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber es gibt funktionelle, atmungsaktive Bekleidung, die recht gut gegen unangenehme Witterung schützt. Für den Einstieg sind da sicherlich die Hosen, Jacken und Shirts aus dem Discounter oder die Hausmarken der Sportartikelketten eine ausreichende Wahl, für die man meist nicht so tief ins Portemonnaie greifen muss. Die sich mit Nässe vollsaugende Baumwoll-Joggingbuxe mit dem dazugehörigen Kapuzenpulli und der Dieter-Bohlen-Gedächtnis-Ballonseidenanzug aus der "Modern Talking"-Zeit sind deutlich weniger gut geeignet.
Und die ausgemusterten Turnschuhe, mit denen man in den letzten Jahren den Rasen gemäht hat, sollten auch recht zügig gegen vernünftige Laufschuhe ausgetauscht werden. Eine fachkundige Beratung beim Laufschuhhändler mit Laufband-Analyse erspart oft unangenehme Erfahrungen mit falschem Schuhwerk wie zum Beispiel die Knieschmerzen.
Wer glaubt, dass bereits durch erste kurze Läufe bei unveränderter Ernährung die Pfunde nur so purzeln glaubt falsch. Leider. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen.
Hier dürfen die Hoffnungen nicht zu hoch geschraubt werden. Aber wenn man durch den erhöhten Kalorienverbrauch beim Laufen und eine ausgewogene Ernährung ein Kaloriendefizit schafft, also mehr Kalorien verbraucht als man aufnimmt, werden sich die Erfolge einstellen. Dazu braucht man aber Geduld. Die Kalorien, die man sich teilweise über Jahre auf die Hüften gefuttert hat wird man nicht innerhalb von zwei Wochen los, auch wenn manche Frauenzeitschrift dies gerne im Rahmen diverser Wunderdiäten behauptet.
Losrennen wie von der Tarantel gestochen bis der Atem rasselt, die Seite sticht und der Christstollenrest fast den Rückweg durch die Speiseröhre antritt ist auch der falsche Weg. Hier ist ein langsamer planvoller Einstieg mit Gehpausen sicher die bessere Wahl, bei dem zunächst in einem Tempo, in dem man sich unterhalten kann, die Länge der Läufe nach und nach gesteigert wird. Wer also bei den ersten Läufen atemlos am Ziel ankommt hat etwas falsch gemacht.
Also, falls du zu denjenigen gehörst, die jetzt, Anfang nächsten Jahres oder auch später mit dem Laufen beginnen möchten: herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung!
Aber versuche die Anfängerfehler zu vermeiden. Lass dir zunächst vom Arzt das ok geben. Achte auf funktionelle Kleidung und geeignete Schuhe. Such dir im Internet oder in der Fachliteratur einen Anfängerplan und informiere dich. Plane deine Trainingszeiten so gut es geht als festen Termin mit dir selbst in den Tages- und Wochenablauf ein. Erwarte nicht zu viel und hab Geduld. Schau dich beim Laufen um, atme die klare Luft, entdecke neue Orte, genieß die Natur, hab Spaß!
Wenn du eine Weile dabei bleibst wirst du es irgendwann merken: Laufen ist viel mehr als nur Kalorien verbrennen.
Laufen ist entspannen. Laufen ist erleben. Laufen ist Kopf durchlüften.
Laufen ist ein neues Leben.