Gerne würde ich ja jetzt was schreiben wie "es geht wieder aufwärts" oder "mir geht's blendend". Aber leider ist mal wieder Trainingspause angesagt.
Letzten Montag habe ich abends in der Garage rumgewuselt, hier was gemacht, dort was gemacht und am Auto neue Radkappen angebracht. Einige Tätigkeiten davon habe ich in der Hocke machen und die Knie auch noch zum Andrücken der Radkappen zu Hilfe nehmen müssen.
Nun ja - irgendwelche Verrenkungen scheinen meinem linken Knie nicht gefallen zu haben und das Gehen ist seitdem zeitweise mit Schmerzen verbunden, insbesondere bei Treppenstufen.
Keine Ahnung was es genau ist, aber ich denke nicht, dass es wirklich etwas Ernsthaftes ist und versuche es erst mal mit Selbsttherapie (Kühlen, Dehnen) und ansonsten "therapeutischem Zuwarten", wie mein Zahnarzt immer gesagt hat - also mit Abwarten, ob es von selbst besser wird.
Das anfängliche Knacken ist zumindest schon wieder so gut wie verschwunden.
Es wäre ja zu schön gewesen, wenn ich nach anscheinender Verbesserung der Rücken- und Hüftprobleme mal eine Weile ohne laufbehindernde Wehwehchen gewesen wäre. Aber den für nächste Woche geplanten Finnbahnmarathon kann ich jetzt auf alle Fälle absagen; auch aus dem Formloch komme ich bis dahin nicht mehr raus.
Schade; das wäre sicherlich ganz interessant gewesen, auf einem besonderen Untergrund einen längeren Lauf in netter Gesellschaft zu machen.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass ich kurzfristig wieder ans Laufen komme und die September-und Oktober-Lauftermine einhalten kann. Habe ja schließlich noch ein bisschen was vor dieses Jahr.
Bisher bin ich da aber noch optimistisch.
Donnerstag, 13. August 2009
Knackeknie
Dienstag, 11. August 2009
Kultur-Run: 24-Stunden-Benefizlauf für "SchachtZeichen"
Wer hier in das Blog häufiger mal reinschaut wird sicher schon bemerkt haben, dass ich ein Fan des Ruhrgebiets im Allgemeinen und der Industriekultur im Besonderen bin.
Dementsprechend bin ich auch schon gespannt auf die Dinge, die das Ruhrgebiet präsentieren wird, wenn es im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas sein wird.
Eine dieser Veranstaltungen wird das Projekt SchachtZeichen sein.
Dahinter steckt die Idee, den Strukturwandel im Ruhrgebiet aufzuzeigen und ihn sinnlich erfahrbar zu machen, indem die Orte, an denen große Schachtzechen standen, kilometerweit sichtbar mit großen Ballons markiert werden.
SchachtZeichen will die Wurzeln des Ruhrgebiets markieren: jene Orte, an denen die Kohlevorräte erschlossen und gefördert wurden und auf denen Industrialisierung, Migration, Raum- und Siedlungsentwicklung und wirtschaftlicher Wohlstand im Ruhrgebiet aufbauten.
Und ich freue mich jetzt schon darauf, im Mai des nächsten Jahres von irgendeiner der zahlreichen begrünten Halden auf die gelben Tupfer im Ruhrgebiet schauen zu können.
Für die gelben Heliumballone, die dazu bis zu 80 m hoch weithin sichtbar über den alten Bergwerksstandorten und dem grünen Ruhrgebiet schweben sollen, werden unter anderem noch Sponsoren gesucht.
Und genau hier hat Laufkumpel Jörg „Yogi“ Schranz, ebenfalls überzeugter „Ruhrgebietler“, angesetzt und zusammen mit einer Partnerin zu diesem Zweck einen 24-Stunden-Benefizlauf organisiert: den Kultur-Run.
Der Lauf findet von Samstag, dem 12.09.2009, 15:00 Uhr, bis zum nächsten Tag um 15:00 Uhr auf einer 2 km-Strecke rund um das Hostel Veritas in Oberhausen statt, das selbst einmal das Pförtnerhaus der Zeche Oberhausen war.
Teilnehmen darf jeder. Es kann gelaufen, gejoggt, gewalkt, gewandert oder sonst irgendwie sich fortbewegt werden.
Man kann dabei so viele Kilometer machen wie man möchte.
Die Veranstaltung dauert zwar 24 Stunden, aber niemand wird gezwungen, 24 Stunden zu laufen. ;-)
Allerdings wird es wohl Teilnehmer geben, die diese Zeit voll „auskosten“ werden.
Ich selbst werde dies nicht tun, aber wohl für einen längeren Trainingslauf, ein Marathönchen oder einen kleinen Ultra vorbei schauen und beim Kultur-Run so manche Kultur-Runde laufen.
Ganz nach dem Motto
„Hier ist noch lang nicht „Schicht im Schacht“ - wir laufen deshalb Tag und Nacht“
Also, liebe laufende Freunde des Ruhrgebiets: schnürt eure Laufschuhe, kommt vorbei, lauft mit und werdet so ein kleiner Teil von "SchachtZeichen".
Weitere Informationen gibt es unter Kultur-Run.de , SchachtZeichen.de und ruhr2010.de

Montag, 10. August 2009
Hitzelauf
Letzter Freitag, früher Nachmittag.
Meine Trainingsplanung sagt was von knapp über 13 Kilometern, also zwei Runden um den Hengsteysee.
Das Thermometer sagt was von knapp über 30 Grad, also viel zu warm zum Laufen.
Zumindest für mich. Aber es hilft ja nichts, die Form kommt nicht von selbst zurück.
Während ich mir wünsche, im Freibad zu sein, starte ich in die erste Runde. Tapfer trabe ich vor mich hin, während meine Gedanken sich noch mit einem Gedicht beschäftigen.
Erst nach gut 2 Kilometern kommt mir der erste Läufer entgegen.
Das ist spät für Freitag, früher Nachmittag, da die Strecke um den See ein Läuferhighway ist.
Kurze Zeit später kommt mir Nummer 2 entgegen. Männlich. Mit langer Hose und Weste. Vermutlich schaue ich etwas verwirrt während ich darüber nachdenke, bei welchen Temperaturen der Laufkamerad denn wohl auf "kurz" umstellt.
Etwas später Nummer 3. Zwar mit kurzer Hose, aber mit Stirnband und Jacke. Die Jacke sieht aus wie die Regenjacke, die es damals beim Bund gab. Da, wo kein Regen rein, aber auch kein Schweiss raus kam. Wo man im eigenen Saft geschmort hat. Und das Stirnband von Nummer 3 ist so breit, dass es nicht wie ein Schweissband, sondern wie eines zum Ohren wärmen aussieht.
Hallo?! Es sind mehr als 30 Grad - und von Regen weit und breit nichts zu sehen! Hab ich was verpasst? Läuft hier ein geheimes Trainingslager für den Badwater-Ultra?
Die weiteren Meter verlaufen dann ohne merkwürdige Erscheinungen. Die Beine laufen wie von selbst und die Hitze scheint mir trotz der leichten Schwüle diesmal gar nicht so viel auszumachen wie befürchtet. Allerdings habe ich das subjektive Gefühl, dass die Luft 30 % weniger Sauerstoff enthält als sonst und leichte Probleme mit der Atmung.
Kurze Zeit später komme ich am Freibad vorbei, höre pubertierende Mädels kreischen, die vermutlich von ebenfalls pubertierenden Jünglingen gejagt und ins Wasser geschubst werden, blicke leicht neidisch auf das bunte Treiben um das Becken herum und wünsche mich auf die andere Seite des Zauns.
Aber während die Leute ins Freibad strömen, strömt bei mir nur der Schweiss.
Das Atmen fällt trotz moderaten Tempos weiterhin schwerer als sonst und mein gelbes Shirt passt gut zu meinem Zustand: ich komme mir vor wie eine ausgepresste Zitrone.
Ein paar Minuten später sitze ich tropfend wie ein nasser Schwamm auf der Kofferraumkante, trinke etwas und überlege, ob ich in Anbetracht der Umstände mit einer Runde zufrieden bin.
Nein, bin ich nicht. Also raffe ich mich noch einmal auf und hänge ein paar Kilometer Richtung Harkortsee und zurück an. Das reicht dann aber auch. Die Beine und der Kopf würden gerne noch weiterlaufen, aber die Lunge hat was dagegen.
Insgesamt war es aber nicht so "schlimm" wie befürchtet, obwohl ich alles andere als ein Hitzeläufer bin. Trotzdem darf es gerne wieder etwas kühler werden...
Freitag, 7. August 2009
Ich wollt' ich wär' ein Triathlet
Wenn die Lauflust hitzebedingt etwas eingeschränkt ist, man eigentlich lieber ins Freibad würde und das Hirn dann Kurzzeit-Wünsche zu gereimten Worten und Sätzen formt, kommt so etwas heraus:
Ich wollt’ ich wär’ ein Triathlet.
Dann könnt’ ich heute Abend spät
mir selber sagen „Siehste mal,
so war das Training keine Qual.“
Dann müsst’ ich nicht beim Laufen schwitzen,
könnt’ durch das kühle Wasser flitzen
und schwimmend meine Bahnen zieh’n,
den 30 Grad dadurch entflieh’n.
Statt laufend Wadenfleisch zu stählen
würd’ ich im Becken Kacheln zählen.
Doch – ach – ich bin kein Triathlet.
Für heute wär’s jetzt auch zu spät.
Dann werd’ ich heute trotzdem laufen
und triefend um den Tümpel schnaufen
und hoff’ ich hab’ auch ohne Nass
beim Hitzeläufchen meinen Spass.
Montag, 3. August 2009
Laufen heißt leben
Lächeln, wenn man in den Tag läuft
Lächeln, wenn man eins ist mit der Natur
Lächeln, wenn man belächelt wird
Laufen heißt leiden
Leiden, wenn der Berg nicht enden will
Leiden, wenn die Beine schmerzen
Leiden, wenn man mal nicht laufen kann
Laufen heißt lieben
Lieben, wie die Jahreszeiten wechseln
Lieben, dem Wetter zu trotzen
Lieben, die eigenen Grenzen zu erforschen
Laufen heißt LEBEN
