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~ Nicht das Beginnen wird belohnt sondern einzig und allein das Durchhalten ~______
(Katharina von Siena)

Dienstag, 27. April 2010

24-Stunden-Lauf am Seilersee: kurz, schön und sonnig!

Die Samstagssonne strahlt herab auf das bunte Läufervolk, das sich über das Gelände verteilt und auf den Startschuss wartet. Kurz vor 12 Uhr ballt sich das farbenfrohe Feld aus 24-, 12- und 6-Stundenläufern, Staffelläufern und "Free-Runnern" im Startbereich und wird pünktlich auf die erste 1788-Meter-Runde um den Iserlohner Seilersee entlassen.

Kris und ich sind als Free-Runner dabei. Das heißt: laufen so viel und so lange man will ohne Zeitdruck. Maximal natürlich 24 Stunden. Aber das haben wir nicht vor.
Kris will mal sehen was nach ihrer langen Trainingspause machbar ist. Mir geht's genau so. Nach meiner sturzbedingten Rippenprellung und der anschließenden Trainingspause hatte ich die Meldung für den 24-Stunden-Lauf bereits zurückgezogen. Nun will ich einfach ohne Zeit- und Zielvorgabe laufen.
Allerdings flüsterte mir im Vorfeld irgendein kleines unsichtbares Männchen immer leise das Wort "Marathon" ins Ohr. Ich versuchte weg zu hören und argumentierte mit Schlagworten wie "Vernunft", "Trainingsrückstand" und so weiter dagegen. Schließlich einigten das Männchen und ich uns auf "alles kann - nichts muss".

Kris und ich traben gemeinsam los. Erst als sie die erste Gehpause nimmt laufe ich alleine weiter. Wobei "alleine" eigentlich nicht stimmt, denn überall sind Laufbekanntschaften und -freunde unterwegs, mit denen ich ein wenig plausche. So vergehen die ersten Kilometer. Dann folgen auch bei mir Gehpausen, wieder gemeinsame Abschnitte mit Kris, kleine Auszeiten und erstes Schwächeln. In mir wächst die Erkenntnis, dass ich derzeit nicht "mal eben" einen Marathon aus der hohlen Socke heraus laufen kann und dieser heute eine ziemliche Quälerei wäre.

Als ich ein paar Kilometer über Halbmarathon auf den Campingstuhl hocke fühle ich mich wie ein Schlauchboot mit Loch - die Luft ist irgendwie raus...
Macht aber nichts. Für einen Trainingslauf nach langer Fast-Lauf-Pause ist das in Ordnung und für einen Muskelkater wird es auch so schon reichen. ;-)
Auch Kris hat genug für heute. Nach einem Kaffee ihrerseits und einem Radler meinerseits gehen wir noch eine "Ehrenrunde" um den See. Sie hat anschließend gut 16 Kilometer auf der Habenseite. Bei mir sind's etwas über 25 Kilometer, bei denen die Rippen sich zum Glück friedlich verhalten haben.

Gegen 19 Uhr schnappen wir uns Campingstuhl und Kühltasche, verabschieden uns und fahren nach Hause, während der Großteil des bunten Feldes weiter um den See läuft. Hinter uns liegt ein sonniger, geselliger und ultrafamiliärer Nachmittag mit etwas Bewegung. Schön war's mal wieder. Bis nächstes Jahr, Seilersee!
Dann auch gerne wieder etwas länger...



[Fotos: Sigi Bullig / www.cosibullig.de]

Kommentare:

Marcus hat gesagt…

"alles kann - nichts muss"

So soll es sein; eine entspannte Atmosphäre und entsprechend den Lauf genießen.

Bald startest Du wieder richtig durch! :)

evathevoice hat gesagt…

Och, ich find das schön, gerade das gemeinsame Antesten, was geht. Wunder kann man nicht erwarten, aber so war es doch bestimmt ein schöner, geselliger Tag und 25km als Trainingslauf sind auch für Dich nicht nix, eh? :-)

Pienznaeschen hat gesagt…

Ein schöner Tag war das, ich finde er war ideal zum Antesten und so wie ich das herauslesen mag war er durchweg schön, gell? Und das die Rippe hält ist ja noch das I-Tüpfelchen bei allem! ;)

Stefan hat gesagt…

Ja, Marcus, entspannt war es wirklich und genießen konnte ich es auch.

Stimmt, Eva. Du hast in allen Punkten recht!

Ja, Julia, beim "betreuten Laufen" lässt es sich vorzüglich testen. ;-)

Steffen hat gesagt…

Liest sich doch wirklich gut, und 25 Genusskilometer sind doch echt klasse. Marcus schreibt es ja schon - alles kann-nichts muss! Laufen mit Freunden unter Freunden, Punkt!

Schmerzfrei Spaß gehabt, kann es schöneres geben?

LG
Steffen

Chris hat gesagt…

Da bist du aber mit deinen geschlauchten Rippen weit gekommen. Erinnert mich irgendwie an die alten "Rambo"-Filme.. :-))
Schön, dass das Laufen wieder guht geht und die Sturzerfahrung doch einigermassen mental verarbeitet ist...

Laufhannes hat gesagt…

Zumindest mir kommt es wie eine ganz andere Art, einen solchen Lauf zu genießen, vor, wenn man ohne Druck die Runden dreht und dabei hier und da pausiert.

Für den Wiedereinstieg nach der Rippenprellung sicherlich das Richtige.

Ralf hat gesagt…

Das klingt für mich wie von einer anderen Welt. Halte trotz "Idealgewicht" nicht über 30 Minuten durch. Oder liegts am inneren Schweinehund??