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~ Nicht das Beginnen wird belohnt sondern einzig und allein das Durchhalten ~______
(Katharina von Siena)

Montag, 4. Januar 2010

Die Freiheit des Bloggens. Oder "bloggen und bloggen lassen".

Seit den letzten Tagen wird bei "Miss Monster" Eva, angeregt durch einen Artikel von "Farmin Gorerunner" Sven, fleißig diskutiert. Grob gesagt geht es um das virtuelle Wattebäuschchenwerfen in der Läuferbloggerwelt, Nettigkeitskommentare der Marke "Ich hab's gelesen", Kritiklosigkeit, Buchstaben-Einheitsbrei und den Sinn des Bloggens im Allgemeinen und im Besonderen unter Berücksichtigung der Zeitkomponente.

Ein paar subjektive, persönliche Worte möchte ich dazu auch noch verlieren.

Stichwort "Kommentare": Bezüglich des Kommentierens auf anderen Blogs habe ich mein Verhalten vor einer Weile auch schon angepasst. Auf Blogs wo die Kommentare kommentarlos hingenommen werden habe ich meine Wortbeiträge deutlich reduziert. Schließlich weiß ich ja noch nicht einmal ob sie vom Autoren gelesen werden.
Für mich selbst ist es eine Sache der Höflichkeit und der Wertschätzung gegenüber dem Kommentierenden, dass ich zu den Kommentaren zu den Postings in meinem Blog zumindest eine kurze Anmerkung mache.
Natürlich muss niemand in seinem Blog auf Kommentare reagieren; das steht jedem Blogautor frei.
Allerdings fühle ich mich dann in diesen Fällen auch nicht gerade dazu ermutigt etwas dazu zu schreiben, auch wenn es der Beitrag verdient hätte.

Ich nehme mir auch die Freiheit ohne das Gefühl eines Zwanges wirklich nur dort einen Kommentar zu hinterlassen wo ich etwas sagen möchte. Wo ich es gerne mache. Und wo ich auch was zu sagen habe. Und sei es nur ein kurzer Glückwunsch.
Auch die Freiheit mal kritische Worte zu äußern wenn ich es für angebracht halte nehme ich mir. Ein "Blog-Bashing", also beschimpfen oder niedermachen eines Blogs, wird es jedoch auch zukünftig bei mir nicht geben. Kritik lässt sich auch konstruktiv gestalten und in angemessene Worte fassen.

Ansonsten bin ich auch so frei und lasse einen Artikel unkommentiert, weil schon alles gesagt wurde, weil es nichts zu sagen gibt, weil ich keine Lust habe, weil der Artikel veraltet ist wenn ich zum Lesen komme, weil ich keine Zeit habe oder weil es sonst einen Grund gibt sich geschlossen zu halten.
Die Blogger, bei denen ich regelmäßig kommentiere, werden es sicher verstehen, wenn mal unter ein paar Artikeln kein Kommentar von mir steht.
Womöglich werden sie ihn noch nicht einmal vermissen.

Selbstverständlich freue ich mich auch über Kommentare zu meinen Artikeln. Über nette und motivierende Worte, über Anerkennung und über sonstige positive Rückmeldungen. Aber auch über konstruktive Kritik und einen gelegentlichen virtuellen Tritt in den Hintern, wenn ich ihn mal wieder gebrauchen kann.

Stichwort "Zeit": Wie bei uns allen hat mein Tag auch nur 24 Stunden. Und an manchen Tagen glaube ich, dass ich zu viele davon am Rechner verbringe. Im Hinterkopf habe ich daher so eine Art Selbstbeschränkung, der leider manche neuen Blogs zum Opfer fallen. Die hätten es vielleicht verdient gelesen zu werden, aber ich möchte da einfach nicht noch mehr Zeit investieren. Zumindest im Moment nicht. Vor allem wenn in den betreffenden Blogs entweder (fast) täglich gebloggt wird und/oder die Beiträge meistens sehr umfangreich sind.
Oft komme ich am Wochenende nicht zum Blogs lesen, so dass schon genug zu tun ist wenn ich die "Rückstände" meiner Stammblogs hinterher wieder aufholen "muss".
Meine Blogroll und die Blogverlinkungen werden daher voraussichtlich für's erste nahezu unverändert bleiben.

Stichwort "Einheitsbrei": Da geht es mir wie anscheinend vielen. Sich nahezu täglich wiederholende Berichte wie "heute soundso viele Kilometer bei demunddem Wetter in derundder Zeit gelaufen" reißen mich in der Regel nicht vom Hocker. Müssen sie aber auch nicht. Es steht dem Autoren frei auf diese Weise eine Art Lauftagebuch zu führen. Und mich zwingt niemand dazu so ein Blog regelmäßig zu lesen. Ihre Daseinsberechtigung haben sie selbstverständlich trotzdem.

Meiner Meinung gibt es auch genug Laufblogs, die aus dem Einheitsbrei herausragen. Für mich persönlich gehören zumindest alle die dazu die in meiner Blogroll stehen (wobei dies keine abschließende Aufzählung ist). Sie sind einzigartig in ihrer Art. Sei es weil sie sehr "erfrischend" sind, weil viel Menschliches rüberkommt, weil der Autor eine gehörige Portion Wortwitz besitzt, weil mir der Schreibstil gefällt oder schlicht weil ich den Autor persönlich kenne oder mag.
Das sind Blogs, die mir fehlen würden, wenn sie nicht mehr da wären.

Was mein Blog betrifft werde ich mir die Freiheit nehmen auch im angebrochenen Jahr so zu schreiben wie ich selbst es möchte. Ich werde über Erfolge und Niederlagen berichten, Läufe beschreiben, humorige Ergüsse meines Hirns in die Tastatur hämmern und auch über meine eigenen Unzulänglichkeiten jammern, wenn mir mal nach Jammern ist.
Oder auch einfach mal eine Weile nichts schreiben wenn mir die Zeit oder die Ideen fehlen.
Ohne festes Konzept. So wie bisher. Weil und so lange es mir Spaß macht.
Und ihr könnt es lesen - oder es auch lassen.
Und kommentieren - oder auch nicht.
Jeder so wie er mag.
Darin ist jeder frei.

Bloggen und bloggen lassen - das ist die Devise.

Kommentare:

Hannes hat gesagt…

Auch wenn hier noch kein Kommentar steht, denke ich, es ist im Grunde alles gesagt. Du fasst es gut zusammen.

Wir haben die Freiheiten und sollten beim Bloggen mit uns selbst zufrieden sein. Wie man das macht, ist jedem selbst überlassen.

(Und das waren endgültig meine letzten Worte zu dem Thema (... hoffentlich))

Evchen hat gesagt…

Mein lieber Stefan,

ich schreibe Dir hier und jetzt auch nur, um Dir mein "gelesen" zu hinterlassen. M.E. hast Du nämlich lückenlos und verständlich klar gemacht, wie Du das siehst. Zufällig stimme ich Dir auch in fast allen Punkten zu 100% zu und in keinem gar nicht.
Unn gudd jetzd.
Was bin ich froh, daß ich schon in Deiner Blogroll drinstehe. *diebischgrins*

Marco hat gesagt…

Moin Stefan,
ich kommentiere nicht wirklich viel ab lesen tue ich bei dir fast täglich bzw. schaue immer mindestens einmal am Tag hier vrobei.
Hast du alles wunderbar geschrieben und ich unterschreibe das ganze mal eben.

Gruss
Marco

Pottkieker hat gesagt…

Hi! Ich seh das ganz ähnlich und versuche auch danach zu handeln. Mein Blog, meine Gedanken, meine Prioritäten. Wer nicht lesen will, lässt es. Deinen Blog finde ich gut, lese in deinen anderen allerdings nur sporadisch mit. Machs gut und wir laufen mal zusammen, irgendwann... Steinfurt, Paderborn.. Schaun wir mal...

ultraistgut hat gesagt…

Lieber Stefan, du hast es getan und dich nochmals zu diesem Thema geäußert, sehe das meiste genauso wie du, habe aber auch meinen Senf dazu geben müssen, so jetzt ist es gut.

Freue ich, dass du immer wieder herein schneist und dass ich vor allem immer wieder bei dir Geschichten aus dem Leben, besonders hübsch verpackt, lesen kann.

Machen wir weiter so..............

Marcus hat gesagt…

Ich finde Deine Ausführungen durchaus interessant. Ich muß aber zugeben, daß ich das als gleichsam interessant wie irrelevant erachte, da diese aufgezählten Punkte eine absolute Selbstverständlichkeit sind.

Alles richtig und selbstverständlich. Mehr kann ich nicht dazu sagen. :)

Fröhliches Bloggen, Stefan!

Gerd hat gesagt…

Yep!!
Da ist nichts mehr hinzuzufügen!
Freie Blogger braucht das Land! ;-)
Frohes neues Jahr!

Vopan hat gesagt…

... und was soll ich nun noch dazu sagen/schreiben ?? Einfach ganz kurz, ich hoffe Du und Dein Blog bleiben so wie sie sind ...

Tschüß, bis die Tage

Stefan hat gesagt…

@ alle

Danke schön für die Rückmeldungen!

@ Marcus

> da diese aufgezählten Punkte eine absolute Selbstverständlichkeit sind.

Für uns sicher, aber leider nicht für alle.

huobaere hat gesagt…

Stefan, du sprichst mir aus der Seele und hast in allen Punkten den Nagel auf den Kopf getroffen.
Es gib unter den Bloggern nur wenige, die lange und doch kurzweilig schreiben. Und wenn's nix gibt, dann hat soll kein Zwang daraus werden. Einmal mehr und einmal weniger, wie's halt gerade passt! Danke jedenfalls - Reinhard

Pienznaeschen hat gesagt…

Das Thema Zeit ist das was mich dabei am meisten "beschäftigt". So viel Spaß wie das Bloggen macht, soviel Zeit kostete es auch. Naja, ein großes Statement war das jetzt hier von mir nicht (aber ich wollte das nur mal unterstreichen;))

Indy hat gesagt…

Mir war garnicht klar, wie sehr so ein Thema die Bloggerwelt erfassen kann ;-)

Ich denke, dass Du das Thema schon ziemlich weitäumig und gut/korrekt umrissen hast.

Leider sehe ich oft die "konstruktive Kritik" etwas problematisch, weil viele Blogger sich durch eine andere meinung sofort angegriffen fühlen - ist ja auch schwer, weil man oft die Kommentierenden nicht persönlich kennt und somit nicht weiß, was genau das für ein Mensch ist. Somit halte ich mich oft zurück, wenn ich etwas wirklich Kontroverses zu sagen habe.

Ich persönlich nehme mir aber auch eine kleine Zensurfreiheit raus in meinem eigenen Blog: das Blogger-Bashing (heißt das so?) lasse ich bei mir nicht so stehen - kenne da noch dunkle Schatten der Vergangenheit, die schon mal ne Fuhre Gift und Galle auskippen (gibt ja nix Schlimmeres als ne verschmähte Frau) - ganz ehrlich: sowas (vor allem, wenn man weiß, wo es herkommt) wird gelöscht. Offen für Kritik und dass einem einer auch mal sagt, dass nicht alle Latten am Zaun sind ist völlig okay, aber unqualifizierten Unrat auszubreiten, der im Zweifel jeder Grundlage entbehrt, ist keine Freiheit mehr...
Lasse mich ja auch nicht in meinen vier Wänden von Hinz und Kunz naufs derbste beleidigen ;-)

In dem Sinne: mach so weiter und ich freue mich, wenn Du auch weiterhin bei mir kommentierst!

Marco hat gesagt…

@Indy: Ganz deiner meinung die meine Einstellung dazu wiederspiegelt.
Unterschreibe ich mal locker deinen beitrag.

Stefan hat gesagt…

Reinhard, Julia, Indy: auch euch danke für die Kommentare.

Indy, zu konstruktiver Kritik rufe ich ja sogar in meinem Kommentarfeldtext ausdrücklich auf. Mit der Betonung auf "konstruktiv".
Ich bedauere auch, dass nur wenige von der Möglichkeit Gebrauch machen, obwohl es sicherlich hier und da mal was zu kritisieren gibt.

Beleidigende oder unqualifizierte Texte würde ich wohl auch löschen; ist aber bisher zum Glück noch nicht vorgekommen.

Soulrunner hat gesagt…

Stefan was ist los?
Lange nix mehr hier gelesen. Bist eingeschneit worden ? :-)

Stefan hat gesagt…

Marco, wie schrieb ich oben?

Oder auch einfach mal eine Weile nichts schreiben wenn mir die Zeit oder die Ideen fehlen.

In diesem Fall fehlte die Zeit. Aber gleich ist es wieder soweit... ;-)